Geschichte
Helleres Licht für die Elbestadt
Glückstadt (es). Der diesjährige Dienstag, 6. Oktober, wäre ein besonderer Tag, um einmal Rückschau zu halten, wenn in den Abendstunden die Dämmerung von der Elbe her herüberkommt und ihren Mantel über Glückstadt ausbreitet. Vor 170 Jahren erstrahlten die Straßen der rund 6000 Einwohner zählenden Elbestadt in hellerem Licht, erster Einsatztag für die Gaslaternen. Eigentlich war dieser Tag gar nicht ausgewählt worden, denn die Beleuchtung sollte schon zum 1. September eingeschaltet werden, aber auch damals gab es bereits Lieferschwierigkeiten … Die städtischen Kollegien wollten aber nicht den 1. Oktober wählen, sondern nahmen absichtlich den 6. Oktober, denn an diesem Tag feierte Dänenkönig Friedrich VII. Geburtstag. Nebeneffekt: Eine „Festbeleuchtung“ für eine Stadt, die zunächst einmal über 75 Laternen verfügte. Einhundert Jahre später, 1956, waren es immerhin 182 Laternen, die für gute Lichtverhältnisse sorgten. Schon 1822 gab es Leuchtkörper, aber für diese war Tran der Brennstoff. 1856 lieferte J. H. Trede Röhrengas und sorgte dafür, dass Glückstadt eine der ersten Städte im Lande war, die eine Gasbeleuchtung erhalten hatte. Vor 54 Jahren erlosch die letzte Gaslaterne am Marktplatz/ Einmündung Schlachterstraße. Trotz grimmiger Kälte stellte sich der Maschinenbaumeister und amtierende Bürgervorsteher Karl Marsian der Aufgabe, den Leuchtkörper für immer zu löschen. Danach hielt die Elektrik den Einzug und sorgte bei Dunkelheit für Sicherheit.