Stadtleben
Wenn Telefon-Gangster Sie raffiniert betrügen wollen
Glückstadt (gpd). Als abends das Telefon klingelte, dachte eine Witwe (85) an ein Familienmitglied und nahm den Hörer ab. „Hier ist die Kriminalpolizei“, sagte darauf eine männliche Stimme. Die Seniorin tat das einzig Richtige: Sie legte sofort auf. Hintergrund: Der verstorbene Ehegatte stand im Telefonbuch mit vierstelliger Rufnummer. die Adresse war längst gelöscht worden. die Seniorin hatte richtig gehandelt, denn es ist nicht unhöflich in einem solchen Fall, die Gesprächsverbindung zu beenden, bevor sie richtig begonnen hat.„Paul“ fiel auf Immer wieder blättern „Telefonbuch-Gangster“ durch die Seiten und suchen gezielt nach älteren Vornamen. In diesem Fall war ihnen „Paul“ aufgefallen. Die Fantasie der Straftäter ist scheinbar unerschöpflich, um Beute zu machen. Da melden sich angeblich die eigenen Kinder, da wird versucht, Bankdaten zu erfragen. Perfide: Angeblich sei das Konto gesperrt worden. Da benötige man PIN oder TAN-Nummern, um die Panne zu beheben. Perfide Versuche Schlimm: Schockanrufe. Da haben Kinder Unfälle verursacht und sollen eine Sicherheitsleistung aufbringen, weil sie sonst ins Gefängnis kommen. Falsche Polizeibeamte sollen Geld und Schmuck abholen, um die Echtheit zu prüfen, denn der Name der aufgesuchten Person stehe angeblich auf einer Liste, die die verhafteten Straftäter mit sich führten. Es kommt auch vor, dass das Telefon klingelt und im Display eine ausländische Vorwahlnummer auftaucht. Oder der Anrufer lässt das Telefon einmal klingeln und legt dann auf, um den Angerufenen zu einem Rückruf zu animieren. Es gibt auch Anrufe mit unterdrückter Nummer oder es ist technisch sogar möglich, sich unter der „110“ zu verbergen. Wenn das Telefon klingelt: Achtung. Vorsicht geboten Tatsache: Weder die Polizei oder Bankmitarbeiter rufen an und erfragen Kontonummern oder persönliche Verhältnisse, Adressen. Einzig richtige Reaktion: Die richtige Polizei informieren, um die Gauner zu entlarven und vielleicht dingfest zu machen, Familienmitglieder oder Nachbarn einschalten. Jährlich entstehen durch Betrüger Millionenschäden und selbst in einer aufgeklärten Zeit fallen leider immer noch Personen darauf rein. Außerdem ratsam, Telefonbucheinträge über den Anbieter (beispielsweise Telekom) zu löschen. Persönlich oder der Familie ist die Rufnummer bekannt und fremde Personen hat sie nicht zu interessieren!